von Henri Zemcke
Neue Impulse für die Theater AG
Neue Impulse für die Theater AG
Für die Theater AG des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums standen im Februar zwei besondere Termine auf dem Programm, die wichtige Impulse für die Arbeit an der kommenden Aufführung „Lysistrata“ geliefert haben.
Am 12. Februar fand ein Workshop mit dem Theaterpädagogen und Schauspiellehrer Matthias Winter statt. Unter dem Titel „Stehen, Sprechen, Wirken“ arbeiteten rund 30 Schülerinnen und Schüler intensiv an Stimme, Präsenz und Bühnenwirkung. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem chorischen Sprechen, das für die geplante Inszenierung von „Lysistrata“ eine wichtige Rolle spielen wird. In verschiedenen Übungen ging es darum, Textbausteine aus dem Stück gemeinsam zu sprechen, aufeinander zu hören und als Gruppe rhythmisch und sprachlich zusammenzuwirken. Dabei entstanden viele neue Ideen für die spätere Bühnenarbeit. Gleichzeitig trug der Workshop spürbar dazu bei, das Ensemble enger zusammenzubringen. Die konzentrierte Arbeit, aber auch die vielen spielerischen Übungen sorgten für eine sehr offene und produktive Atmosphäre. Vielen Dank Matthias!
Eine Woche später, am 19. Februar, machte sich die Theater AG auf den Weg nach Hamburg. Ziel war das Deutsche Schauspielhaus, eines der größten Sprechtheater Deutschlands. Bevor am Abend die Aufführung von Anton Tschechows „Die Möwe“ besucht wurde, erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Führung hinter die Kulissen des traditionsreichen Hauses, das 1900 eröffnet wurde.
Dabei konnten sie einen seltenen Blick in Bereiche werfen, die dem Publikum normalerweise verborgen bleiben. Zu sehen waren unter anderem der Fundus mit zahlreichen Kostümen, die Maskenabteilung mit eigener Perückenmachereisowie die Werkstätten für den Bühnenbau. Besonders spannend war der Moment, als auf der großen Bühne bereits am Bühnenbild für die Abendvorstellung gearbeitet wurde und man beobachten konnte, wie die Technik und das Bühnenbild für die Aufführung vorbereitet wurden. Auch das prachtvolle Gebäude selbst hinterließ bei vielen einen bleibenden Eindruck.
Am Abend folgte dann die Vorstellung von „Die Möwe“. Obwohl das Stück inhaltlich nicht immer leicht zugänglich ist, gelang es der Inszenierung, das Publikum durch starke schauspielerische Leistungen, eine eindrucksvolle ästhetische Umsetzung, Musik und ein atmosphärisches Bühnenbild in ihren Bann zu ziehen. Für viele war es besonders interessant zu sehen, wie professionelle Schauspielerinnen und Schauspieler mit Sprache, Körper und Raum arbeiten – Erfahrungen, die auch für die eigene Theaterarbeit inspirierend sein können.
Nach einem langen und ereignisreichen Tag voller Eindrücke kehrte die Gruppe schließlich gegen 1.00 Uhr nachts wieder nach Oldenburg zurück – erschöpft, aber voller neuer Eindrücke.
Ein besonderer Dank gilt der Ulbrich-Stiftung, die sowohl das Honorar für Matthias Winter als auch die Buskosten für die Theaterfahrt nach Hamburg übernommen hat. Ohne diese Unterstützung wären beide Veranstaltungen in dieser Form nicht möglich gewesen.
Für die Theater AG waren die beiden Termine eine sehr gewinnbringende Erfahrung. Sie boten die Gelegenheit, einmal bewusst über den eigenen „Bühnenrand“ hinauszuschauen, professionelles Theater aus nächster Nähe zu erleben (und zu erfahren) und neue Ideen für die eigene Arbeit zu sammeln. Besonders schön war außerdem, dass auch ehemalige Schülerinnen und Schüler der Theater AG an der Fahrt nach Hamburg teilnahmen und so die Verbindung zur Gruppe weiterhin lebendig bleibt.
Mit vielen neuen Eindrücken und kreativen Impulsen geht die Theater-AG nun in die weitere Probenphase für die Sommeraufführung von „Lysistrata“.



